2021 | Fortsetzung von „MV liest“ in der Hörspielscheune Cramon

MV liest – Poetry Slammerin Theresa Steigleder

Die 2020 für den Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern nominierte Autorin Theresa Steigleder ist zu Gast in der Hörspiel- und Begegnungsscheune in Cramon. Sie ist nicht nur Autorin, sondern auch erfolgreiche Poetry Slammerin, war 2017 sogar Vize-Landesmeisterin in MV. Theresa Steigleder wuchs in einem kleinen Dorf im Thüringer Wald auf. Nach ihrem Bachelorstudium in Erfurt zog sie 2013 nach Greifswald, um dort 2016 ihr Masterstudium der Vergleichenden Literaturwissenschaft abzuschließen. Im selben Jahr stand sie zum ersten Mal mit eigenen literarischen Texten auf der Bühne. Seit 2017 hat sie Auftritte in ganz Deutschland bei Poetry Slams und Lesebühnen. Im Sommer 2017 gründete sie die Lesebühne „Das Stille Wörtchen“ in Greifswald, die einmal im Monat im Jugendzentrum Klex stattfindet. Außerdem gibt sie Workshops zum kreativen Schreiben und arbeitet gerade „im Schneckentempo“ an einem Roman, wie sie sagt.

Wie Theresa Steigleder die mecklenburgische Landschaft in ihren Texten verarbeitet, erzählt sie im Interview mit Journalistin Manuela Heberer.

MV liest „Vom Aufstehen“ von Helga Schubert

Die 2020 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnete Autorin Helga Schubert ist zu Gast beim Literaturpodcast MV liest. Im Fokus des Gesprächs steht ihr neues Buch „Vom Aufstehen“, welches im März erschienen ist und aktuell die Bestsellerlisten stürmt. In kurzen Episoden erzählt Helga Schubert darin ein deutsches Jahrhundertleben – ihre Geschichte, sie ist Fiktion und Wahrheit zugleich. Als Kind lebt sie zwischen Heimaten, steht als Erwachsene mehr als zehn Jahre unter Beobachtung der Stasi und ist bei ihrer ersten freien Wahl fast fünfzig Jahre alt. Doch vor allem ist es die Geschichte einer Versöhnung: mit der Mutter, einem Leben voller Widerstände und sich selbst.

Daneben spricht die Autorin auch über ihr Buch „Die Welt da drinnen: Eine deutsche Nervenklinik und der Wahn vom „unwerten Leben“, in dem sie sich mit Patientenschicksalen in der Schweriner Nervenklinik auseinander setzt. Helga Schubert hat für das Buch, das demnächst neu aufgelegt werden soll, 179 Patientenakten aus dieser Zeit ausgewertet und die Schicksale der Patienten nachgezeichnet. „Es ist der Kontrast von dem landschaftlich idyllisch gelegenen Ort mit klassizistischen Gebäuden in unmittelbarer Nähe zum Ufer des Schweriner Sees, eingebettet in einen naturnahen Landschaftspark, zu den erschütternden Schicksalen der Menschen, die während der NS-Zeit als „lebensunwert“ dort ermordet worden sind“, erklärt Moderatorin Manuela Heberer die Verbindung zum Jahresthema „Landschaft“, mit dem sich MV liest 2021 befasst.

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert im Rahmen von „Und seitab liegt die Stadt“, ein Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin, welches literaturbezogene Kulturveranstaltungen im ländlichen Raum unterstützt. Die Produktion des Podcasts während der Veranstaltungen ist möglich durch Unterstützung des Landkreises Nordwestmecklenburg.

2020 / MV LIEST
MV liest „Mäh! Maa! Möh! Versteihst?“ von Anke Ortlieb

Die dritte Veranstaltung der Lese- und Podcastreihe “MV liest” fand am 20. November 2020 in der Hörspiel- und Begegnungsscheune Cramon statt. Diesmal leider ohne Publikum, weil die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie eine öffentliche Veranstaltung nicht zuließen. Dennoch fand das Podcast-Interview von Journalistin Manuela Heberer mit der Autorin Anke Ortlieb am gewohnten Ort statt.

Im Fokus stand das plattdeutsche Kinderbuch “Mäh! Maa! Möh! Versteihst?” der Rehnaer Autorin Anke Ortlieb, von der auch die Illustrationen stammen. Vor fast genau einem Jahr, im November 2019, wurde sie für ihr Buch mit dem Fritz-Reuter-Literaturpreis geehrt.
Die drei Schafe, über die sie in ihrem Buch schreibt, hat es wirklich gegeben. Rosa, Moppel und Fuch sind drei pfiffige und mutige Schafe auf der Suche nach jemandem der sie versteht und der Platt redet. Denn Hochdeutsch ist eine Fremdsprache für die drei. Daran ist Heini Schuld, ihr alter Bauer, bei dem sie ein wirklich gutes Leben haben. Aber auf einmal ist Heini weg und das gute Schafsleben ist vorbei. Als dann auch noch der Schlachter auf den Hof kommt, ist es Zeit auszubrechen und ein neues Zuhause zu suchen.
Ein Anliegen von Anke Ortlieb ist es, die niederdeutsche Sprache wieder mehr in das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen als Teil der kulturellen Herkunft zu bringen.

MV liest „Wo ist Norden“ von Barbara Handke

Die zweite Veranstaltung der Lese- und Podcastreihe “MV liest” fand am 16. Oktober 2020 in der Hörspiel- und Begegnungsscheune Cramon statt. Gastautorin Barbara Handke las aus ihrem Buch „Wo ist Norden”, welches in diesem Frühjahr bereits zum zweiten Mal erschienen ist. Barbara Handke ist in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee geboren und aufgewachsen. Zunächst lernte sie den Beruf der Buchhändlerin, später studierte sie Anglistik und Soziologie, bevor sie als Verlagslektorin tätig wurde. Seit 2004 lebt sie in der Buchstadt Leipzig, Bücher spielten stets eine Rolle in ihrem Leben, „Wo ist Norden“ ist ihr erster Roman. Eine ihrer Hauptfiguren ist Marlene, für die der Mauerfall zunächst ein Glücksfall ist. Endlich kann sie tun, was ihr liegt: ein Gutshaus zu einer Mark auftreiben, dort ein Café eröffnen und ihre Kinder an diesem geradezu magischen Ort aufwachsen lassen. Allerdings hat sie weder mit der Feindseligkeit der Dorfbewohner gerechnet, noch mit der Hartnäckigkeit des alten Gemäuers, immer irgendwo baufällig zu sein. Auch die Familie zieht nicht an einem Strang – ihre Schwiegermutter ist zu dominant, ihr Schwager zu abhängig und Konrad, ihr Mann, womöglich nicht ganz treu. In diesem Dorfkosmos verdichten sich die 1990er-Jahre im Osten, die ganze Widersprüchlichkeit aus Euphorie und Verlust, Orientierungslosigkeit und Aufbruch.

MV liest „Niemand ist bei den Kälbern“ von Alina Herbing

Der Auftakt der Lese- und Podcastreihe “MV liest” fand am 18. September in der Hörspiel- und Begegnungsscheune Cramon statt. Gastautorin Alina Herbing hat aus ihrem Buch „Niemand ist bei den Kälbern“ gelesen, welches 2017 im Arche-Verlag erschienen ist.

In einer Gemeinde in Nordwestmecklenburg ist Christin gerade auf den Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan gezogen. Die Aufbruchstimmung der Nachwendejahre, die ihre Kindheit prägte, ist längst dahin, doch für Jan ist der väterliche Betrieb trotz sinkender Milchpreise noch immer das Wichtigste im Leben. Christin hingegen will nur weg. Sie träumt von der Großstadt und einem Job im Büro. Aber wo soll sie hin ohne Ausbildung? Es bleiben die immer gleichen Dorffeste, die immer gleichen Freunde, der arbeitslose Vater und der Kirschlikör aus dem Konsum. Als Windkrafttechniker Klaus aus Hamburg auftaucht, sieht Christin einen Ausweg aus ihrem bisherigen Leben.

Alina Herbing, die selbst in Mecklenburg aufgewachsen ist, zeichnet eine unromantische Milieustudie über das Landleben und eine gescheiterte Wende-Generation. „Niemand ist bei den Kälbern“ ist ein Roman über Grenzen und Grenzüberschreitungen, über Landflucht und prekäre Umfelder, über das Leben zwischen Ost und West, gestern und heute, Existenzangst und die Sehnsucht nach Freiheit.

Gemeinsam mit dem Publikum ist Journalistin Manuela Heberer mit der Autorin Alina Herbing ins Gespräch über ihr Buch, dessen Handlung und die Hintergründe gekommen.

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