MV liest „Wo ist Norden“ von Barbara Handke

Die zweite Veranstaltung der Lese- und Podcastreihe “MV liest” fand am 16. Oktober 2020 in der Hörspiel- und Begegnungsscheune Cramon statt. Gastautorin Barbara Handke las aus ihrem Buch „Wo ist Norden”, welches in diesem Frühjahr bereits zum zweiten Mal erschienen ist. Barbara Handke ist in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee geboren und aufgewachsen. Zunächst lernte sie den Beruf der Buchhändlerin, später studierte sie Anglistik und Soziologie, bevor sie als Verlagslektorin tätig wurde. Seit 2004 lebt sie in der Buchstadt Leipzig, Bücher spielten stets eine Rolle in ihrem Leben, „Wo ist Norden“ ist ihr erster Roman. Eine ihrer Hauptfiguren ist Marlene, für die der Mauerfall zunächst ein Glücksfall ist. Endlich kann sie tun, was ihr liegt: ein Gutshaus zu einer Mark auftreiben, dort ein Café eröffnen und ihre Kinder an diesem geradezu magischen Ort aufwachsen lassen. Allerdings hat sie weder mit der Feindseligkeit der Dorfbewohner gerechnet, noch mit der Hartnäckigkeit des alten Gemäuers, immer irgendwo baufällig zu sein. Auch die Familie zieht nicht an einem Strang – ihre Schwiegermutter ist zu dominant, ihr Schwager zu abhängig und Konrad, ihr Mann, womöglich nicht ganz treu. In diesem Dorfkosmos verdichten sich die 1990er-Jahre im Osten, die ganze Widersprüchlichkeit aus Euphorie und Verlust, Orientierungslosigkeit und Aufbruch.

MV liest „Niemand ist bei den Kälbern“ von Alina Herbing

Der Auftakt der Lese- und Podcastreihe “MV liest” fand am 18. September in der Hörspiel- und Begegnungsscheune Cramon statt. Gastautorin Alina Herbing hat aus ihrem Buch „Niemand ist bei den Kälbern“ gelesen, welches 2017 im Arche-Verlag erschienen ist.

In einer Gemeinde in Nordwestmecklenburg ist Christin gerade auf den Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan gezogen. Die Aufbruchstimmung der Nachwendejahre, die ihre Kindheit prägte, ist längst dahin, doch für Jan ist der väterliche Betrieb trotz sinkender Milchpreise noch immer das Wichtigste im Leben. Christin hingegen will nur weg. Sie träumt von der Großstadt und einem Job im Büro. Aber wo soll sie hin ohne Ausbildung? Es bleiben die immer gleichen Dorffeste, die immer gleichen Freunde, der arbeitslose Vater und der Kirschlikör aus dem Konsum. Als Windkrafttechniker Klaus aus Hamburg auftaucht, sieht Christin einen Ausweg aus ihrem bisherigen Leben.

Alina Herbing, die selbst in Mecklenburg aufgewachsen ist, zeichnet eine unromantische Milieustudie über das Landleben und eine gescheiterte Wende-Generation. „Niemand ist bei den Kälbern“ ist ein Roman über Grenzen und Grenzüberschreitungen, über Landflucht und prekäre Umfelder, über das Leben zwischen Ost und West, gestern und heute, Existenzangst und die Sehnsucht nach Freiheit.

Gemeinsam mit dem Publikum ist Journalistin Manuela Heberer mit der Autorin Alina Herbing ins Gespräch über ihr Buch, dessen Handlung und die Hintergründe gekommen.

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